KUW II Gottesdienst "Was glaubst Du?"
«Kann man glauben, was der Pfarrer sagt?» Diese Frage stellte ein Gottesdienstbesucher in den Raum. Die Antwort lädt zum Nachdenken und Diskutieren ein.
«Was glaubst du?» – so lautete das Thema der Kirchlichen Unterweisung (KUW) der 5. Klässler in den vergangenen Wochen. Wahrheit oder Fake? Vieles in unserer heutigen Welt verlangt, dass wir es bedenken und hinterfragen. Bilder, Medien, Produkte und vieles mehr lassen uns immer wieder die Frage stellen: «Was glaubst du?» Doch wie steht es mit dem eigenen Glauben an Gott? Was heisst Glauben überhaupt?
Die Bibel war in dieser KUW ein zentrales Thema – eine Bibliothek des Glaubens. Entsprechende Geschichten wurden gemeinsam erarbeitet. Auch Martin Luther wurde thematisiert, der sich die damals recht neue Drucktechnik nach Johannes Gutenberg zunutze machte, um die Bibel in deutscher Sprache zu verbreiten und so den Glauben den Menschen näherzubringen. Diese Drucktechnik durften die Kinder in einer Druckwerkstatt gleich selbst ausprobieren und eigene Texte herstellen.
An einem Samstag begaben sich die Schüler*innen auf Spurensuche nach dem Glauben. Auf der Reise nach Bern lernten sie im Hauptbahnhof den heiligen Christophorus, den Schutzpatron der Reisenden, und die dazugehörige Legende kennen. Danach tauchte die Gruppe in die Illusion eines Abenteuerspiels in der Fusions-Arena-Halle ein. Mit Ganzkörpersensoren musste sie gemeinsam eine Mission erfüllen. Dabei galt es, «daran zu glauben», dass man sich zwar in einer virtuellen Welt bewegte, sich aber dennoch in Sicherheit – in einer grossen Halle mit Teppichboden – befand. Zudem forderte das Spiel gegenseitiges Vertrauen. Nach dem Mittagessen im McDonald’s, das ebenfalls Raum für Glaubensfragen bot, ging es weiter ins Berner Münster, um weitere Themen des Glaubens kennenzulernen.
Der KUW-Gottesdienst wurde von den Schüler*innen mit interaktiven Fragen zu «Was glaubst du?» bereichert. Darüber hinaus wurde die biblische Geschichte des blinden Bartimäus erzählt und beleuchtet. Die Gemeinde hörte zudem die Geschichte vom ungläubigen Thomas, die ebenfalls ausgelegt wurde. Dabei wurde deutlich: Zweifeln hat durchaus seine Berechtigung. Zweifeln, hinterfragen, nachdenken, sich eine eigene Meinung bilden – all das darf zum Glauben gehören. So schloss Pfarrer Rolf Weber mit den Worten: «Der ungläubige Thomas war womöglich der gläubigste unter den Jüngern.»
Text: Anne Däppen
Bilder: Stefan Raiser
